Das Cove Wiki

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Willkommen in unserer Stilfibel! Entdecken sie hier alles Wissenswerte rund um unser Lieblingsthema. Rund um den Maßanzug und um das Maßhemd gibt es unzählige Fakten, Geschichten und Anekdoten. Keine Sorge: Unser Wiki wird sich ständig erweitern. Ein regelmäßiges Vorbeischauen lohnt sich!

Pikieren

Pikieren

Was versteht man unter Pikieren?

Um Tuche mit jenen (Trage-) Eigenschaften auszustatten, die sie ihrer Feinheit wegen von Natur aus nicht haben können (Formstabilität, Sprungfestigkeit, Knitterarmut u.a.m.) wird auf die linke Tuchseite ein robustes Gewebe (z.B. Rosshaar) mit sehr feinen Stichen aufgenäht. Man sticht von rechts nach links eine Reihe aufwärts – wobei die Stiche von links unten nach rechts oben verlaufen, eine Reihe abwärts, wobei die Stiche von links oben nach rechts unten verlaufen. Dadurch entsteht ein Fischgratmuster, dass durch die Wahl eines gleichfarbigen Garns von der rechten Warenseite des hochwertigen Maßanzuges nicht wahrzunehmen ist.

Warum wird pikiert?

Durch die sehr hohe Stichdichte/dm² mit dem das Tuch an die Einlage „pikiert“ wird und nunmehr eine Einheit bilden, werden dem Tuch die erwünschten Eigenschaften der Einlage zur Seite gestellt. Es handelt es sich aber dennoch um zwei separate textile Flächen, die ihre eigenen spezifischen Eigenschaften dem Anderen förderlich zur Seite stellen. Im Verbund vereinen sie die gegensätzlichen Eigenschaften ‚weich, aber stabil‘, ‚leicht, aber robust‘. Dort z.B. wo sich ein Teil weich rund legen soll (Oberkragen, Revers,…) ist zu pikieren und dem Oberstoff jene Eigenschaften zu verleihen, die es braucht, um die vom Träger des fertigen Werkstücks geforderten Trageeigenschaften aufzuweisen.
Die konfektionierte Verarbeitung verzichtet auf die sehr arbeitsintensive, aber hochwertige Verarbeitung des Pikierens. Statt dessen werden Einlagen, die mit wärmeempfindlichen Klebemittel ausgestattet sind mittels Hitze und Druck auf das Tuch „fixiert“. Nachteil des Fixierens aber ist, das eine textile Fläche geschaffen wird, die nur noch die Eigenschaft der dominanten Einlage aufweist und nur sehr eingeschränkt die Merkmale hochwertiger Maßarbeit aufweist.
Das Pikieren ist bei hochwertigen Tuche erlesener Webereien, wie Ermenegildo Zegna oder Loro Piana als Verarbeitungstechnik immer zu empfehlen, da so die außergewöhnlichen Trageeigenschaften des Tuches und die Verarbeitungsqualität des Maßanzuges eine perfekte Einheit bilden.